Erfolgsgeschichte aus einer Silberstreif Transfergesellschaft.

Michael Müller, 50 Jahre, hat sich mit Unterstützung einer Silberstreif Transfergesellschaft beruflich neu orientiert.
 Im Interview mit dem Wirtschaftsministerium spricht er darüber, wie er mit unserer Hilfe seinen neuen Berufsweg eingeschlagen hat.

Freitag, 5. Februar 2010

ErfolgsgeschichteHerr Müller, noch vor einem Jahr haben Sie beim Autobauer Karmann gearbeitet. Heute sind Sie als Hausmeister Herr über das VfL-Stadion in Osnabrück. Was ist in der Zwischenzeit geschehen?

Ich habe 32 Jahre lang bei Karmann gearbeitet. Angefangen habe ich als Karosseriebauer. Später war ich im Bereich Schweißtechnik und habe Ultraschallprüfungen durchgeführt. Ich habe gute Zeiten bei Karmann erlebt. In den letzten Jahren musste ich allerdings mit ansehen, wie viele meiner Kollegen nach und nach entlassen wurden, weil Aufträge fehlten. Als Karmann letztes Jahr insolvent wurde, hat es auch mich getroffen. Zum Glück wurde wenigstens mit Hilfe der Förderung des Landes auch für uns noch eine Transfergesellschaft eingerichtet.

Warum haben Sie nach der Kündigung das Angebot, in die Transfergesellschaft einzutreten, angenommen?

Natürlich war ich zuerst wütend und enttäuscht über die Kündigung. Dann habe ich beschlossen zu handeln, bevor ich arbeitslos werde. Ich habe mir gedacht, dass es auch in meinem Alter Alternativen geben muss, und ich es in der Hand habe, diese zu finden.

Nach meiner Erfahrung bringt es viel, wenn man sich in einer solchen Situation bei Bekannten nach freien Stellen erkundigt. Da ich ehrenamtlich als Jugendtrainer beim VfL Osnabrück aktiv war, habe ich erfahren, dass dort ein Hausmeister gesucht wird. Allerdings fehlten mir einige Qualifikationen. Von den bei Karmann durchgeführten Informationsveranstaltungen wusste ich, dass mir die Transfergesellschaft dabei helfen kann.

Wie wurden Sie in der Transfergesellschaft unterstützt?

Mit meinem Berater, Herrn Ortmann, habe ich mich regelmäßig zu Einzelgesprächen getroffen. Wir haben zusammen überlegt, wie ich meine Idee umsetzen kann. Er hat mir beim Schreiben der Bewerbung geholfen. Außerdem hat er herausgefunden, welche Qualifizierungsmaßnahmen ich brauche, ob sie finanziert werden können und wo so etwas angeboten wird. Mit seiner Unterstützung habe ich Lehrgänge zum Brandschutzbeauftragten und Greenkeeper besucht.

Ihre neue Tätigkeit hat nicht mehr viel mit ihrer ursprünglichen Ausbildung zu tun. Wie gehen Sie damit um?

Ich hatte nie Angst davor, etwas Neues auszuprobieren. Sicherlich musste ich dafür manchmal über meinen eigenen Schatten springen. Aber das gehört dazu. Schon während meiner Zeit bei Karmann habe ich regelmäßig an Fortbildungen teilgenommen, um beruflich weiterzukommen. Meine neue Arbeit ist sehr abwechslungsreich. Ich treffe eigenverantwortlich Entscheidungen. Das gefällt mir. Die Chance, die sich mir bot, habe ich genutzt. Das, was ich heute tue, macht mir sehr viel Spaß.

Welche Empfehlung geben Sie jemandem, der vor der Entscheidung steht, in eine Transfergesellschaft zu wechseln?

Ich würde auf jeden Fall dazu raten, in die Transfergesellschaft zu gehen. Wichtig ist aber, dass man weiß, was man will. Erst wenn man ein Ziel vor Augen hat, kann man auch die Hilfe bekommen, die man braucht.

 

Über das Projekt

In der nach der Insolvenz eingerichteten Transfergesellschaft für ehemalige Beschäftigte des Autobauers Karmann in Osnabrück übernahm das Land Niedersachsen die Ausgaben für zusätzliches Beratungs- und Betreuungspersonal. Rund 1.200 ehemalige Karmann-Beschäftigte profitieren davon, dass mit Hilfe der Förderung der Betreuungsschlüssel von 200 auf 70 Personen pro Betreuer gesenkt werden konnte. In der Transfergesellschaft wurden die Betroffenen beraten, qualifiziert und bei der Jobsuche unterstützt.
Niedersachsen hat wiederholt Transfergesellschaften für ehemalige Beschäftigte von Karmann mit Mitteln des Landes und des Europäischen Sozialfonds gefördert. Die Förderungen erfolgt jeweils in enger Abstimmung mit der Agentur für Arbeit.

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Direkter Link zum Originalartikel (Stichwort „Personaltransfer“):
http://www.mw.niedersachsen.de/master/C61384165_N61383895_L20_D0_I712.html